Warum gibt es Beitragsanpassungen?
Die Höhe der Beitragseinnahmen muss ausreichen, um die vertraglich zugesicherten Versicherungsleistungen erbringen zu können. Weichen die tatsächlich zu erbringenden Versicherungsleistungen von denen im Voraus kalkulierten erheblich ab, so muss eine Beitragsanpassung vorgenommen werden.
Einem unabhängigen Treuhänder muss jährlich nachgewiesen werden, ob das Verhältnis zwischen Beitragseinnahmen und Leistungsausgaben und Kosten nach wie vor angemessen ist. Eine Beitragsanpassung sorgt für die Wiederherstellung des Gleichgewichts. Sie ist also notwendig, da Leistungsausgaben stärker gestiegen sind, als vorher angenommen.
Die Gründe können auch nicht vorhersehbare Behandlungskosten sein wie zum Beispiel:
- Steigende Lebenserwartung
Da man eine Krankenversicherung bis zu seinem Lebensende hat, ist der Versicherer verpflichtet, die Versicherungsleistungen zu erbringen. Verschiebt sich nun durch eine längere Lebenserwartung das Vertragsende weiter in die Zukunft, entsteht rechnerisch ein Defizit und der Versicherer muss das ausgleichen. Das geht nur über eine Nachkalkulation der Beiträge. - Steigende Kosten im Gesundheitswesen
Der medizinische Fortschritt, vor allem auch in der Apparatemedizin sorgt schon seit langem für einen Anstieg der Kosten im Leistungsbereich. Doch auch Erhöhung von Preisen beispielsweise bei den Heil- und Hilfsmitteln oder bei den Pflegesätzen der Krankenhäuser und den Änderungen im Bereich des Gebührenrechts sind für einen Anstieg der Kosten mitverantwortlich. Die Leistungszusage des Versicherers ist vertraglich garantiert und so hat er als einziges Mitte,l um den Kostensteigerungen zu begegnen, die Beitragsanpassung. - Steigende Inanspruchnahme von Leistungen
Benötigen Versicherte mehr medizinische Versorgung oder auch umfangreichere Behandlungen und Therapien, so kann auch die vermehrte Inanspruchnahme zu einem Kostenanstieg führen, der eine Beitragsanpassung unumgänglich macht.